Crash-Kurse in Outdoor-Erste-Hilfe. Nächste Termine:

Der Crash-Kurs dauert 1,5 Stunden und bietet eine Ergänzung zum üblichen Erste-Hilfe-Kurs mit vielen kleinen und großen Tricks, wie man/frau sich unterwegs helfen kann. Für Jugendgruppenleiter*innen kann ich weitere zwei Stunden über Unfälle, Unfallverhütung und rechtliche Dinge anbieten. Pfadfinderverbänden stehe ich gratis als Referent zur Verfügung: im 50 km Radius rund um Mainz und soweit ich das terminlich schaffe, für alle anderen gegen eine Spende an die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. (DAHW). Einfach per email anfragen: info(at)perfect-rescue.de

Folgende Tipps möchte ich Pfadfindergruppen zur Vorbereitung geben:

  • Learning by doing: Heute ist der Schulsanitätsdienst die erste Gelegenheit, praktische Übung zu erlangen und das richtige Auftreten zu lernen.

„Es reicht nicht, über etwas in einem Buch zu lesen und zu denken, dass man schon weiß, wie ´s geht. Tatsächlich musst du die Situationen, in denen es drauf ankommt, üben, üben und das ganze öfters. (…) Erst damit gewinnst du das nötige Selbstvertrauen. Wenn in der Aufregung eines Unfalls dann alle nicht mehr wissen, was sie machen sollen, behältst du die Nerven und tust das Richtige.“ oder:

„Der übliche Fehler in der Erste-Hilfe-Ausbildung ist es, Jungen und Mädchen auf ein Examen vorzubereiten, anstatt wie sie ihr Wissen im Notfall intelligent einsetzen. Führe besser Handgriffe vor und bespreche Unfallereignisse als ihnen die lateinischen Namen von Knochen und anderen Dingen beizubringen. In der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit ist es unmöglich, alle Details in Erster Hilfe zu erläutern.“ - BiPi, Scouting for boys.

  • Be prepared. Gut, wenn man sagen kann: ich habe alles getan. Da ehrenamtliche Gruppenleiter (ab 16 Jahre) in Deutschland als Betriebs-Ersthelfer dienen, werden für sie die Kosten des regulären neunstündigen Erste-Hilfe-Kurses (früher: Lebensrettende Sofortmaßnahmen) in der Regel von der Berufsgenossenschaft (BG) übernommen. Kläre unbedingt zuvor, welche BG zuständig ist und welche Formalien erfüllt werden müssen. Bei manchen Pfadfinderverbänden ist längst das Routine, z. B. beim BdP Niedersachsen, der DPSG im Bistum Essen oder im Bistum Limburg. Alle deutschen Hilfsorganisationen (ASB, DRK, DLRG, Wasserwacht, Johanniter, Malteser) bieten solche Kurse an, oft auch als "in house Schulung" direkt im Pfadiheim. Ein aktuell absolvierter Erste-Hilfe-Kurs ist für die Jugendleiterkarte (Juleica), den Führerschein und den Rettungsschwimmer vorgeschrieben. Zu den Erste-Hilfe-Kursen in Österreich: ÖRK, bzw. dem Nothilfekurs in der Schweiz: SRK.
  • Ein Rettungsschwimmer-Kurs (ab 12 Jahre) bei der DLRG oder der Wasserwacht , ÖLRG und SLRG schützt zu allererst dein eigenes Leben. Als spielerische Vorstufe gibt es den Junior-Retter ab 10 Jahre. „Kein Pfadfinder kann wirklich nützlich sein, bevor er schwimmen kann. Auch ein mittelmäßiger Schwimmer kann einen Ertrinkenden retten, wenn er weiß, wie man es anstellt und es ein paar Mal mit seinen Freunden geübt hat.“ BiPi, Scouting for boys
  • Sinnvolle Themen für Fahrt und Lager, ergänzend zum Erste-Hilfe-Kurs, sind:
    • Wunden: Schürf-, Schnitt- und Platzwunden, Tierbisse, Wundstarrkrampf/Tetanus, Tollwut, Desinfektion.
    • Durchfall und Hygiene
    • Verstauchungen: PECH-Schema, Tape-Verband, Wann zum Arzt?
    • Unfallverhütung und Sicherheit: Lokalisierung eines Notrufes abseits von Straßen: die "Anfahrtspunkte für den Rettungsdienst" und "echo112.com", Vorsicht im Straßenverkehr, Umgang mit Messern, Sägen und Äxten, keine Kopfsprünge in unbekannte Gewässer...
    • Rechtliches: (1.) Was im normalen 9-Stunden-Erste-Hilfe-Kurs gelehrt wird, ist Pflicht, solange man sich nicht selbst dabei gefährdet. Das gilt erst recht bei einer Garantenstellung und bei Pfadis sowieso. (2.) Dazu gehört auch, unterwegs ein Handy dabei zu haben. Sonst droht Gruppenleitern bei verzögerten Notruf bzw. einer dadurch zu späten professionellen Versorgung der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. (3.) Alles was darüber hinausgeht, wie zum Beispiel Desinfizieren, die Hitzeanwendung bei Insektenstichen oder die Einnahme frei verkäuflicher Medikamente mag als Selbstbehandlung sinnvoll und klug sein, aber beim "Verarzten" anderer läuft man Gefahr, sich einer Körperverletzung schuldig zu machen. (4.) Das Suchen und Entfernen von Zecken ist keine ärztliche Maßnahme: Selbst Affen lausen sich gegenseitig und gehen damit nicht zu ihrem Tierarzt. Doch respektiere die Privatsphäre: Jede(r) entscheidet selbst, ob und wer ihr/ihm dabei hilft. (5.) Für Fahrten ins Ausland ist eine Reisekrankenversicherung zwingend erforderlich, schon um 24 Stunden/7 Tage die Woche verlässliche Auskünfte auf Deutsch zu erhalten, aber vor allem um die u. U. enormen Kosten einer medizinischen Behandlung und einer Rückholung abzudecken. (6.) In Deutschland erteilt das Infektionsschutzgesetz Veranstaltern von Jugendfreizeiten die Aufgabe, auf sinnvolle Impfungen hinzuweisen. Weiter müssen Läuse in der Gruppe dem örtlichen Gesundheitsamt angezeigt werden.
    • Packliste Erste-Hilfe-Set.
    • Wissenswertes für den Alltag: Fieber, Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Harnwegsinfekte, Kopf- und Rückenschmerzen, Sinnvoller Einsatz von Hausmitteln und freiverkäuflichen Medikamenten.

Das Ganze nochmal als Themenvorschläge für die Sippenstunde bzw. Stufenkonzeption:

Wölflinge: Unfallverhütung: Eigenschutz, Straßenverkehr, Toter Winkel: Gefahr bei abbiegenden LKW. Leitplanke als Schutzwall, Notruf, Fahrradhelme, Schnellspanner, Absturzgefahr, Baugruben, Höhlen, Umgang mit Messern, Äxten und Sägen, Hygiene beim Küchendienst, Insekten: Zecken selbst entfernen, Eichenprozessionsspinner, Feuer: Umgang mit Feuer, Evakuierung bei Gebäudebränden, Feuermelder, Wasser: Baderegeln, keine Kopfsprünge ins flache Wasser, Auskühlung, Freischwimmer, ab 10 Jahre Juniorretter, Trauma: Schnittverletzungen, Platzwunden, Verbrennungen, PECH-Schema, Tape-Verband für verstauchte Knöchel.

Pfadfinderstufe: Taktik: Aufgabenverteilung im Notfall, Absichern eines Unfallortes, Beistand, Mitfühlen, Mitleiden, Unfallverhütung im Alltag und unterwegs, Hygiene: Durchfallserkrankungen, Fuchs- und Hundebandwurm, Insekten: Stiche im Mund und Rachen, Folgeerkrankungen nach Zeckenstich, Feuer: Rauchgasvergiftung, Wasser: ab 12 Jahren Rettungsschwimmer, Trauma: Tetanus, Fremdkörper in Wunden, Platzwunde/Steri-Strips®/Klammerpflaster, Nasenbluten, Blutung/Druckverband, Unterkühlung, Erste-HIlfe-Kurs, Rettungsschwimmer, Alarmzeichen für Schock, Sauerstoffmangel, und bei Kopf-, Brust-, Bauch- oder Rückenschmerzen, Sonnenstich, Hitzeschlag, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Alkohol & andere Drogen.

Ranger- und Rover: Taktik: Rettung abseits von Straßen: Mobilempfang, Anfahrtsbeschreibung für den Rettungsdienst, Luftrettung, Statistik der Hilfsfrist. Wichtige Notfallinformationen, notwendige Daten von Schutzbefohlenen (Krankheiten, Medikamente, Versicherung, Impfungen, Telefonnummern der Eltern), Unfallverhütung beim Pfadfinden, Rechtliches: Handypflicht für Gruppenleiter, Auslandskrankenversicherung, Impfungen: Tetanus, Tollwut, FSME, Chronische Krankheiten: Diabetes, Epilepsie, Asthma, Hygiene: Essen, Toiletten, Durchfall, Insekten: Läusebehandlung, Allergische Reaktionen, Feuer: Verbrennung/Verbrühung, Wasser: Auffrischung Rettungsschwimmen alle zwei Jahre, Erste-Hilfe-Kurs wiederholen (auch für den Führerschein), Trauma: Kopf-/Halsverletzungen, Knochenbrüche, Gelenkverletzungen, Rippenbrüche/Lungenkollaps, gefährliche Blutungen: große Gefäße, Bauch- oder Beckentrauma, Leber, Milz, Nieren, Alarmzeichen für Schock, Sauerstoffmangel und bei Schmerzen, Unterzuckerung, Krampfanfall, Besonderheiten bei Kindern, Sonstiges: Kopf-, Zahn-, und Bauchschmerzen, Verstopfung, Erkältung, Hyperventilation, Angstattacke, Unterricht in Erster Hilfe, Vergiftungen und Suchterkrankungen erkennen.

Mein Buch soll dazu einen gut sortierten Beitrag liefern.